
Warum fühle ich mich während meiner Periode plötzlich krank?
Du fühlst dich schlapp, kränklich, vielleicht kratzt der Hals oder die Nase läuft – und das fast jedes Mal kurz vor oder während deiner Periode?
Viele Frauen kennen dieses Gefühl. Und viele fragen sich: Werde ich gerade krank – oder bilde ich mir das ein?
Die Antwort ist beruhigend: Es ist kein Zufall. Und meistens auch kein Infekt.
Was du erlebst, wird häufig als „Period Flu“ bezeichnet – ein Zustand, der viel über das Zusammenspiel von Zyklus, Immunsystem und Nährstoffversorgung erzählt.
Was in deinem Körper passiert
Kurz vor der Menstruation sinken zwei zentrale Hormone gleichzeitig ab: Östrogen und Progesteron.
- Östrogen unterstützt normalerweise die Immunabwehr.
- Progesteron wirkt in der zweiten Zyklushälfte eher dämpfend auf das Immunsystem – vermutlich, um im Fall einer Schwangerschaft eine überschießende Abwehr zu vermeiden.
Wenn beide Hormone am Zyklusende gleichzeitig abfallen, entsteht eine Phase erhöhter Vulnerabilität.
Das Immunsystem ist weniger stabil reguliert, Schleimhäute reagieren sensibler, Entzündungsprozesse können leichter entstehen.
Das Ergebnis fühlt sich für viele Frauen an wie eine beginnende Grippe.
Kein Virus – aber echte Symptome
Die Beschwerden sind real, auch wenn keine Infektion dahintersteckt. Häufig berichten Frauen über:
- ausgeprägte Müdigkeit und Erschöpfung
- Halsschmerzen oder Druckgefühl im Kopf
- Glieder- oder Muskelschmerzen
- Frösteln oder Kältegefühl
- Schnupfen, tränende Augen
- erhöhte Reizbarkeit
Zusätzlich steigt kurz vor der Menstruation oft die Histaminausschüttung. Das kann allergieähnliche Symptome verstärken und erklärt, warum sich manche Frauen „verstopft“, geschwollen oder entzündet fühlen.
Warum Ernährung und Nährstoffe jetzt besonders wichtig sind
Gerade in der zweiten Zyklushälfte ist der Bedarf an bestimmten Mikronährstoffen erhöht. Fehlen sie, reagiert das Immunsystem empfindlicher.
Besonders relevant sind:
- Eisen – Blutverlust kann die Speicher senken und die Abwehr schwächen
- Magnesium – unterstützt Muskeln, Nervensystem und hormonelle Regulation
- Zink – essenziell für die Funktion von Immunzellen
- B-Vitamine – wichtig für Energie, Nerven und Konzentration
- Vitamin D – bei Mangel steigt die Infektanfälligkeit
- Omega-3-Fettsäuren – wirken entzündungsmodulierend
Eine Ernährung mit viel grünem Gemüse, Hülsenfrüchten, Nüssen, Saaten, Beeren und komplexen Kohlenhydraten kann den Körper in dieser Phase spürbar unterstützen – auch wenn der Appetit eher nach schnellen Zuckerquellen verlangt.
Der hormonelle Hintergrund: Östrogen und Immunantwort
Östrogen wirkt direkt auf Immunzellen. Sinkt es ab, sind diese Zellen weniger aktiv, Mastzellen reagieren schneller und Schleimhäute werden anfälliger.
Kommen zusätzlich Faktoren wie:
- Schlafmangel
- chronischer Stress
- ein bestehender Mikronährstoffmangel
hinzu, kann sich das Gefühl von „krank sein“ deutlich verstärken.
Die Period Flu ist also kein Zeichen von Schwäche – sondern eine physiologische Reaktion auf hormonelle Veränderungen.
Was dir jetzt helfen kann
Ein sanfter, unterstützender Umgang mit deinem Körper macht in dieser Phase einen Unterschied:
- Nährstoffreich essen, besonders Eisen, Magnesium, Zink, Omega-3 und B-Vitamine
- Ausreichend trinken, z. B. Wasser, Kräutertees oder Brühen
- Sanfte Bewegung, etwa Spaziergänge oder Yoga
- Wärme, z. B. Wärmflasche, Bad oder warme Kleidung
- Mehr Schlaf, idealerweise früher ins Bett gehen
- Blutwerte prüfen lassen, wenn die Symptome regelmäßig stark sind
Fazit
Wenn du dich rund um deine Periode krank fühlst, bist du weder hysterisch noch überempfindlich.
Dein Körper reagiert auf ein reales Zusammenspiel von Hormonen, Immunsystem und Lebensstil.
Du bist nicht schwach.
Du bist zyklisch.
Und mit etwas Vorbereitung lässt sich diese Phase oft deutlich besser begleiten. Die Period Flu ist kein Schicksal – sondern ein Signal. Und Signale lassen sich verstehen und regulieren.
Quellen
- Clancy, K. B. H. et al. (2022). Immune Modulation Across the Menstrual Cycle. Scientific Reports.
NIH (2023). Hormones and Immune Function in Women.
Harvard Health Publishing (2024). Women’s health and the immune system.
Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (2025). Zyklusstörungen und Mikronährstoffe.









