Wenn deine Zunge plötzlich brennt 🔥👄- Das Burning-Mouth-Syndrom (BMS)

Wenn deine Zunge plötzlich brennt 🔥👄- Das Burning-Mouth-Syndrom (BMS)


Wenn sich deine Zunge anfühlt, als hätte sie ein kleines Lagerfeuer entfacht, hat das nicht zwingend etwas mit scharfem Essen zu tun.
Möglicherweise steckt das Burning-Mouth-Syndrom (BMS) dahinter – eine Erkrankung, die viele Betroffene zunächst ratlos zurücklässt.

Denn das Brennen ist real.
Aber von auĂźen oft nicht sichtbar.


Was ist das Burning-Mouth-Syndrom?

Das Burning-Mouth-Syndrom ist eine chronische Schmerzerkrankung, die sich durch ein brennendes, stechendes oder kribbelndes Gefühl im Mund äußert – meist auf der Zunge, manchmal auch an Lippen, Gaumen oder im gesamten Mundraum.

Typisch ist:

  • Das Brennen tritt täglich auf
  • Es verstärkt sich oft im Laufe des Tages
  • Es gibt keine sichtbaren Schleimhautveränderungen

Viele Betroffene berichten zusätzlich über:

  • bitteren oder metallischen Geschmack
  • Mundtrockenheit
  • Jucken oder TaubheitsgefĂĽhl
  • Geschmacksveränderungen
  • Schluckbeschwerden

Gerade diese Kombination kann sehr belastend sein – körperlich wie emotional.


Warum sind Frauen häufiger betroffen?

Frauen sind deutlich häufiger betroffen als Männer, insbesondere in den Wechseljahren.
Ein möglicher Grund: hormonelle Veränderungen, vor allem ein sinkender Östrogenspiegel.

Ă–strogen beeinflusst:

  • die Durchblutung der Mundschleimhaut
  • die Speichelproduktion
  • die Funktion sensibler Nerven

Fehlt dieser hormonelle Schutz, kann die Reizverarbeitung im Mund empfindlicher werden. Gleichzeitig zeigt sich in Studien ein Zusammenhang zwischen BMS und psychischen Belastungen wie Stress, Angst oder depressiven Verstimmungen.

Wichtig dabei:
Diese Faktoren sind keine Schuldzuweisung, sondern Teil eines komplexen Zusammenspiels von Nerven, Hormonen und Nervensystem.


Mögliche Ursachen – oft mehr als eine

Das Burning-Mouth-Syndrom gilt als multifaktoriell. Häufig lassen sich mehrere Auslöser finden.

Man unterscheidet:

  • Primäres BMS: keine erkennbare organische Ursache, vermutlich neuropathisch
  • Sekundäres BMS: ausgelöst durch andere Faktoren oder Erkrankungen

Mögliche Ursachen oder Verstärker sind:

  • neuropathische Veränderungen (Reizweiterleitung der Nerven)
  • hormonelle Schwankungen
  • Nährstoffmängel (v. a. Vitamin B12, Folsäure, Eisen)
  • Infektionen, z. B. mit Candida-Pilzen
  • Mundtrockenheit
  • bestimmte Medikamente
  • psychischer Stress

Deshalb ist eine ärztliche Abklärung immer der erste Schritt.


Was jetzt wichtig ist

Ärztlich abklären lassen

Ein Besuch bei Zahnärzt:in oder HNO-Ärzt:in ist entscheidend, um andere Ursachen auszuschließen, z. B.:

  • Pilzinfektionen (Candida)
  • Schleimhauterkrankungen
  • Zahn- oder Prothesenprobleme

Nährstoffe prüfen

Mängel an:

  • Vitamin B12
  • Folsäure
  • Eisen

sollten gezielt ausgeglichen werden – idealerweise nach Laborkontrolle.

Nervensystem entlasten

Stress kann die Symptomatik deutlich verstärken. Entspannungsverfahren, psychologische Begleitung oder achtsame Pausen können helfen, den Schmerz weniger dominant werden zu lassen.

Mund schonen

UnterstĂĽtzend wirken:

  • ausreichende FlĂĽssigkeitszufuhr
  • milde Zahnpflegeprodukte
  • Vermeidung von Reizstoffen wie scharfem Essen, Alkohol oder sehr abrasiven Zahnpasten

Mit einer individuell abgestimmten Behandlung lassen sich die Beschwerden häufig lindern – auch wenn sie bei manchen Betroffenen chronisch verlaufen.


Fazit

Das Burning-Mouth-Syndrom ist real.
Es ist nicht eingebildet, nicht banal – und schon gar kein Zeichen von Überempfindlichkeit.

Ein ärztlicher Check gehört immer an den Anfang.
Und gleichzeitig gibt es Möglichkeiten, den Alltag spürbar zu erleichtern.

👉 Mehr medizinische Einordnung und individuelle Begleitung findest du in der hermaid App:
https://download.hermaid.me/


đź’ˇ
Mehr medizinische Einordnung und individuelle Begleitung findest du in der hermaid App: https://download.hermaid.me/

Wissenschaftliche Quellen

  • Scala A et al.
    Update on burning mouth syndrome: Overview and patient management.
    Critical Reviews in Oral Biology & Medicine, 2003.
  • Grushka M et al.
    Burning mouth syndrome.
    American Family Physician, 2002.
  • Klasser GD, Epstein JB.
    Burning mouth syndrome.
    Oral and Maxillofacial Surgery Clinics of North America, 2016.
  • Femiano F.
    Burning mouth syndrome and menopause.
    Journal of Oral Pathology & Medicine, 2008.
  • National Institute of Dental and Craniofacial Research (NIDCR)
    Burning Mouth Syndrome – Overview, aktualisiert 2023.

Mehr Artikel

Priorisiere dich und deine Gesundheit!

Entdecke deine Gesundheit mit hermaid: effizient, bequem und individuell auf dich zugeschnitten