Wenn Androgene in den Wechseljahren eine Rolle spielen

Wenn Androgene in den Wechseljahren eine Rolle spielen

Viele Frauen berichten:
Die klassische Östrogentherapie lindert Hitzewallungen, verbessert den Schlaf, schützt Knochen und Schleimhäute –
und trotzdem bleibt etwas zurück.

Die Energie fehlt.
Die Lust ist gedämpft.
Die Stimmung fühlt sich nicht wirklich stabil an.

In solchen Fällen kann eine ergänzende Androgentherapie – meist mit niedrig dosiertem Testosteron – eine Option sein.
Nicht als Standard. Sondern gezielt, wenn bestimmte Symptome trotz ausreichender Östrogenversorgung bestehen bleiben.


💡 Androgene: keine „männlichen Hormone“, sondern Teil weiblicher Biologie

Östrogene sind die tragende Säule der menopausalen Hormontherapie.
Sie wirken unter anderem auf:

  • Hitzewallungen und Thermoregulation
  • Vaginale und urologische Schleimhäute
  • Knochenstoffwechsel
  • Schlaf und Gefäßfunktion

Androgene – insbesondere Testosteron – sind jedoch ebenfalls physiologisch im weiblichen Körper vorhanden.
Sie werden in den Eierstöcken und den Nebennieren gebildet und beeinflussen:

  • sexuelle Lust und Erregbarkeit
  • Antrieb und Vitalität
  • Muskelkraft und Körpergefühl
  • emotionale Stabilität

Mit zunehmendem Alter – und besonders in den Wechseljahren – sinken nicht nur Östrogen und Progesteron, sondern auch die Androgenspiegel deutlich.¹


🌸 Wann eine Androgenergänzung sinnvoll sein kann

Wenn eine Frau unter Östrogentherapie weiterhin klagt über:

  • anhaltend verminderte Libido
  • fehlenden Antrieb oder Vitalitätsverlust
  • emotionales Abflachen
  • das Gefühl, „nicht mehr ganz sie selbst zu sein“

kann eine niedrig dosierte Testosterontherapie in Erwägung gezogen werden.

Die beste wissenschaftliche Evidenz besteht für die Behandlung der
Hypoactive Sexual Desire Disorder (HSDD) bei postmenopausalen Frauen.²

Viele Frauen berichten zusätzlich über:

  • mehr Energie
  • stabilere Stimmung
  • verbessertes Körpergefühl

Wichtig ist:
Es geht nicht um Leistungssteigerung oder „Aufdrehen“, sondern um physiologische Ergänzung.


⚖️ Medizinische Voraussetzungen – unverzichtbar

Eine Androgentherapie gehört immer in ärztliche Begleitung mit Erfahrung in gynäkologischer Endokrinologie.

Vor Beginn sollten berücksichtigt werden:

  • Symptomatik und Leidensdruck
  • bisherige Hormontherapie
  • kardiovaskuläre Risikofaktoren
  • Leberwerte und Lipidprofil
  • familiäre Vorbelastungen

Während der Therapie sind regelmäßige Verlaufskontrollen essenziell, um Wirksamkeit und Sicherheit zu gewährleisten.³


⚠️ Mögliche Nebenwirkungen – realistisch eingeordnet

Bei zu hoher Dosierung oder fehlender Kontrolle können auftreten:

  • fettigere Haut oder Akne
  • vermehrtes Haarwachstum
  • selten: Stimmveränderungen
  • Veränderungen der Blutfettwerte

In physiologischer Dosierung und bei guter Überwachung gilt Testosteron bei Frauen als insgesamt gut verträglich.
Langzeitdaten zur kardiovaskulären Sicherheit sind jedoch begrenzt – deshalb gilt:

so niedrig dosiert wie möglich,
so individuell wie nötig,
so eng begleitet wie sinnvoll.

💬 Fazit

Wenn Östrogen allein nicht ausreicht, kann die gezielte Ergänzung mit Androgenen für ausgewählte Frauen eine wertvolle Option sein.

Nicht jede Frau braucht Testosteron.
Aber manche profitieren spürbar davon.

Entscheidend ist nicht die Menge der Hormone –
sondern das richtige Zusammenspiel.


💡
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Wissenschaftliche Quellen

¹ Davison SL et al.
Changes in androgen levels during the menopausal transition.
Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism, 2005
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/15827103/

² Islam RM et al.
Safety and efficacy of testosterone for women: a systematic review and meta-analysis.
The Lancet Diabetes & Endocrinology, 2019
https://www.thelancet.com/journals/landia/article/PIIS2213-8587(18)30343-6/fulltext

³ Global Consensus Position Statement on the Use of Testosterone Therapy for Women
Endocrine Society et al., 2019
https://academic.oup.com/jcem/article/104/10/4660/5556103

North American Menopause Society (NAMS)
The role of testosterone therapy in postmenopausal women, 2020
https://www.menopause.org

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