Stark nach der Menopause - Postmenopause: Was dein Körper jetzt wirklich braucht

Stark nach der Menopause - Postmenopause: Was dein Körper jetzt wirklich braucht

Eine zweiteilige Serie

Ein Jahr ohne Periode. Damit beginnt die Postmenopause offiziell. Was danach kommt, ist keine Krankheit. Aber es ist eine Lebensphase mit neuen gesundheitlichen Parametern, die echte Aufmerksamkeit verdienen.

Der Östrogenabfall ist jetzt dauerhaft. Das beeinflusst nicht nur die Befindlichkeit, sondern auch Herz, Knochen, Haut und Gehirn. Viele berichten, dass die akuten Beschwerden der Perimenopause nachlassen. Gleichzeitig beginnen subtilere Langzeitveränderungen, die oft erst Jahre später sichtbar werden.

Hormonersatztherapie: Was die Wissenschaft sagt

Die Hormonersatztherapie (HRT) ist das wirksamste Mittel gegen Wechseljahresbeschwerden wie Hitzewallungen, Schlafprobleme und vaginale Trockenheit. Sie schützt außerdem Knochen und kann das Herz-Kreislauf-System unterstützen, wenn sie im richtigen Zeitfenster begonnen wird.[¹]

Lange wurde die HRT pauschal verteufelt, vor allem wegen der WHI-Studie aus dem Jahr 2002. Heute weiß man: Das Risikoprofil hängt stark davon ab, welche Hormone in welcher Dosis und auf welchem Weg eingenommen werden.[²]

Aktuelle Empfehlungen sprechen klar für bioidentisches Progesteron oder Dydrogesteron statt synthetischer Gestagene, weil diese ein günstigeres Brustkrebsprofil zeigen.[³] Östrogen sollte wenn möglich transdermal gegeben werden, also als Gel, Pflaster oder Spray, da dabei kein erhöhtes Thromboserisiko entsteht.[⁴]

Prof. Dr. Katrin Schaudig, Präsidentin der Deutschen Menopause Gesellschaft, bringt es auf den Punkt: Jede Frau ist einzigartig. Es gibt kein One-fits-all-Präparat. Es gibt immer für jede einzelne Frau und ihre individuelle Situation die maßgeschneiderte Therapie.[¹]

Für wen ist HRT geeignet?

Für die meisten gesunden Frauen unter 60 Jahren oder innerhalb von zehn Jahren nach der Menopause gilt HRT heute als sichere Option. Bei bestimmten Vorerkrankungen, zum Beispiel östrogenabhängigem Brustkrebs, braucht es eine individuelle Beratung.[¹]

Wer vor dem 40. Lebensjahr in die Menopause kommt (vorzeitige Menopause / POI), sollte das Thema HRT besonders aktiv angehen. Der frühe Östrogenabfall erhöht das Risiko für Osteoporose und Herzerkrankungen deutlich.

Was Knochen und Herz jetzt brauchen

Knochendichte Messung

Östrogen schützt. Das ist einer der wichtigsten Sätze für die weibliche Gesundheit ab der Lebensmitte. Wenn dieser Schutz wegfällt, verändern sich zwei Risiken grundlegend.

Osteoporose: In den ersten fünf Jahren nach der Menopause können Frauen bis zu 20 Prozent ihrer Knochenmasse verlieren.[⁵] Das ist kein Altersphänomen, das irgendwann kommt. Es beginnt jetzt, und es ist beeinflussbar.

Herz-Kreislauf: Vor der Menopause sind Frauen deutlich besser geschützt als Männer. Danach gleicht sich das Risiko an. Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die häufigste Todesursache bei Frauen.[⁶]

Was du selbst tun kannst

Krafttraining zwei- bis dreimal pro Woche schützt Muskeln und Knochen gleichzeitig. Ausdauertraining unterstützt das Herz. Schon moderate Einheiten zeigen messbare Effekte auf Knochendichte und Stimmung.[⁷]

Für die Ernährung gilt: Calcium aus Milchprodukten, Hülsenfrüchten und grünem Gemüse, dazu Vitamin D für die Aufnahme. Omega-3-Fettsäuren aus fettem Fisch oder Leinöl wirken entzündungshemmend und unterstützen das Herz. Zucker und stark verarbeitete Lebensmittel dagegen verstärken Entzündungsprozesse.

Vaginale Trockenheit: endlich ansprechen

Bis zu 50 Prozent der Frauen nach der Menopause haben vaginale Trockenheit, Brennen oder Schmerzen beim Sex. Die meisten sprechen nicht darüber.[⁸] Dabei gibt es wirksame, sichere Therapien: Östriol-Creme oder Zäpfchen wirken lokal, genau dort wo sie gebraucht werden, ohne relevante systemische Hormonspiegel zu erzeugen. Diese Therapie sollte langfristig angewendet werden.[¹]

Du musst das nicht einfach hinnehmen.


Hol dir in der hermaid-App individuelle Unterstützung für die Postmenopause und finde Expertinnen, die deine Fragen zur HRT beantworten.

Authorin: Tsion Basazinew

Quelle

  1. Quellen

[¹] Schaudig K. Hormonpräparate. Webinar-Reihe „Wechseljahre – Wissen macht cool". Deutsche Menopause Gesellschaft (DMG). www.menopause.de

[²] WHI Steering Committee. JAMA. 2002;288:321–333. https://doi.org/10.1001/jama.288.3.321

[³] Fournier A et al. Risk of breast cancer after stopping menopausal hormone therapy in the E3N cohort. Breast Cancer Res Treat. 2014;145(2):535–543. https://doi.org/10.1007/s10549-014-2934-6

[⁴] Canonico M et al. Hormone therapy and venous thromboembolism among postmenopausal women. Circulation. 2007;115:840–845. https://doi.org/10.1161/CIRCULATIONAHA.106.642280

[⁵] Riggs BL, Melton LJ. The worldwide problem of osteoporosis. Science. 1995;272(5262):623–626. https://doi.org/10.1126/science.272.5262.623

[⁶] Mehta LS et al. Acute Myocardial Infarction in Women. Circulation. 2016;133(9):916–947. https://doi.org/10.1161/CIR.0000000000000351

[⁷] Benedetti MG et al. The effectiveness of physical exercise on bone density in osteoporotic patients. Biomed Res Int. 2018;2018:4840531. https://doi.org/10.1155/2018/4840531

[⁸] Portman DJ, Gass ML. Genitourinary syndrome of menopause. Menopause. 2014;21(10):1063–1068. https://doi.org/10.1097/GME.0000000000000329

Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle medizinische Beratung. Bitte wende dich bei gesundheitlichen Fragen an eine qualifizierte Ärztin oder einen Arzt.

Mehr Artikel

Priorisiere dich und deine Gesundheit!

Entdecke deine Gesundheit mit hermaid: effizient, bequem und individuell auf dich zugeschnitten