
Was passiert danach: Post? Das Leben danach – Wohlbefinden, Beziehungen und neue Freiheit
Die Wechseljahre gelten als schwierige Zeit. Was danach kommt, gerät dabei oft aus dem Blick. Dabei zeigen Studien etwas Überraschendes: Viele Frauen fühlen sich nach der Menopause besser als vorher.
Nicht trotzdem. Weil sich etwas Grundlegendes verändert hat.

Was die Forschung zeigt
Eine Langzeitstudie aus Australien ergab, dass Frauen in ihren 60ern von besserer Stimmung, mehr Geduld und weniger innerer Anspannung berichteten als in jüngeren Jahren.[¹] Eine Umfrage in Großbritannien zeigte, dass 65 Prozent der Frauen nach der Menopause angaben, sich glücklicher zu fühlen als davor.
Warum? Wenn die hormonelle Achterbahnfahrt der Perimenopause aufhört, kommt Stabilität. Keine monatlichen Schwankungen mehr, kein PMS, keine Verhütung. Das ist für viele Frauen keine Kleinigkeit. Das ist echte Erleichterung.
Anthropologin Margaret Mead prägte dafür den Begriff der Postmenopause-Energie: die Kraft und Klarheit, die viele Frauen in dieser Phase erleben.[²] Manche nennen es ihre persönliche Renaissance.
Was sich in Beziehungen verändert
Ohne monatlichen Zyklus und Verhütung erleben viele Paare Intimität als entspannter und spontaner. Der Wegfall der Schwangerschaftsangst wird von Frauen oft als einer der unerwarteten Vorteile dieser Phase genannt.[³]
Gleichzeitig kann der sinkende Östrogenspiegel zu vaginaler Trockenheit führen, die Sex schmerzhaft macht oder die Lust beeinflusst. Das ist häufig und behandelbar. Gleitmittel helfen sofort, lokale Östrogentherapien stellen langfristig Elastizität und Feuchtigkeit des Gewebes wieder her.[⁴] Wer still leidet, muss das nicht.
Viele Frauen berichten auch, dass sie in dieser Phase klarer werden, was Beziehungen angeht. Was und wer Energie kostet, fällt leichter auf. Die Bereitschaft, Grenzen zu setzen und in Beziehungen zu investieren, die wirklich gut tun, wächst.
Selbstfürsorge ernst nehmen
Nach Jahren, in denen andere an erster Stelle kamen, Kinder, Partner, Eltern, Kolleginnen, ist die Lebensmitte oft der erste Moment, in dem Frauen sich selbst auf die Liste setzen können. Nicht weil sie müssen. Sondern weil sie merken, wie viel besser alles funktioniert, wenn sie das tun.
Schlaf ist keine Einschränkung. Er ist Grundlage. Soziale Verbindungen sind kein Luxus. Sie halten das Wohlbefinden stabil. Und Nein sagen ist kein Rückzug, sondern Klarheit darüber, wohin Energie wirklich fließen soll.
Neue Kapitel anfangen
Viele Frauen nutzen die 50er und 60er für Dinge, die vorher keinen Platz hatten. Reisen, ein neues Projekt, ein Beruf, der sich wirklich richtig anfühlt, mehr Bewegung, mehr Zeit mit Menschen, die wirklich zählen. Die Wechseljahre sind kein Ende. Für viele markieren sie den Beginn einer der befreiendsten Phasen im Leben.[¹]
Das klingt nach Schönrederei. Ist es nicht. Es ist das, was Frauen selbst berichten, wenn man sie fragt, was nach den Wechseljahren kam.
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Authorin: Tsion Basazinew
Quelle
[¹] Dennerstein L et al. A population-based study of depressed mood in middle-aged Australian-born women. Menopause. 2004;11(5):563–568. https://doi.org/10.1097/01.GME.0000113844.74462.F6
[²] Mead M. Blackberry Winter: My Earlier Years. New York: William Morrow; 1972.
[³] Portman DJ, Gass ML. Genitourinary syndrome of menopause. Menopause. 2014;21(10):1063–1068. https://doi.org/10.1097/GME.0000000000000329
[⁴] Nappi RE, Kokot-Kierepa M. Vaginal Health: Insights, Views & Attitudes (VIVA) survey. Climacteric. 2012;15(1):36–44. https://doi.org/10.3109/13697137.2011.647840
Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle medizinische Beratung. Bitte wende dich bei gesundheitlichen Fragen an eine qualifizierte Ärztin oder einen Arzt.









