Perimenopause – wenn der Wandel beginnt

Perimenopause – wenn der Wandel beginnt

Stell dir vor, dein Körper bereitet sich auf eine große Reise vor. Er packt die Koffer, räumt altes Gepäck aus, schaut, was er wirklich noch braucht. Manches fühlt sich chaotisch an in dieser Phase. Anderes macht überraschend Platz für Neues.

Genau das ist die Perimenopause.

Sie ist kein Absturz. Keine Krankheit. Kein Endpunkt. Sie ist ein Übergang – einer, der deinen Körper und dich selbst verändern wird. Und der, wenn du ihn verstehst, viel weniger beängstigend ist als er auf den ersten Blick wirkt.


Was ist die Perimenopause?

Die Perimenopause ist die Übergangsphase, in der dein Körper beginnt, die Hormonproduktion langsam umzustellen. Östrogen und Progesteron werden weniger – aber nicht gleichmäßig und nicht auf einmal. Es ist ein Prozess, kein Schalter.

Medizinisch beginnt er häufig Ende 30 oder Anfang 40 – oft früher, als viele Frauen denken. Die Perimenopause endet mit der Menopause, also dem Zeitpunkt, an dem die Periode zwölf Monate lang ausgeblieben ist. Bis dahin können einige Monate vergehen – oder mehrere Jahre.¹

Was dabei im Körper passiert: Zuerst schwankt das Progesteron, was unregelmäßige Zyklen und ein verstärktes PMS auslösen kann. Später reduziert der Körper auch die Östrogenproduktion. Gleichzeitig schüttet die Hirnanhangdrüse mehr FSH und LH aus – sie versucht quasi, die Eierstöcke zur Produktion anzuregen. Das ist ein typisches Zeichen, dass der Übergang begonnen hat.

Wichtig dabei: Solange die Periode noch kommt – wenn auch unregelmäßig – ist eine Schwangerschaft noch möglich. Verhüte also weiterhin, wenn du keinen Kinderwunsch hast.

In der zweiten Hälfte der Wechseljahren, wenn die Eierstöcke weniger Östrogen produzieren, steigt der FSH- und LH-Spiegel im Blut an. Dies ist ein typisches Zeichen für die beginnenden Wechseljahre. FSH regt das Wachstum der Eibläschen (Follikel) in den Eierstöcken an, in denen die Eizellen heranreifen. LH löst den Eisprung aus, bei dem eine reife Eizelle aus dem Eierstock freigesetzt wird.

Mögliche Symptome in der Perimenoapuse

  • Unregelmäßige Zyklen (vermehrt Blutungen, Zwischblutungen, unregelmäßige Abstände)
  • Verstärkte PMS-Symptome (Brustspannen, Krämpfe, Stimmungsschwankungen)
  • Hitzewallungen und Schweißausbrüche
  • Schlafstörungen
  • Vaginale Trockenheit
  • Stimmungsschwankungen, Depression, defuse Ängste
  • Libidoverlust
  • Harnwegsinfektionen
  • Konzentrationsprobleme und Gedächtnisstörungen

Die Symptome und deren Schweregrad sind individuell unterschiedlich.

Wichtig: Während der Perimenopause ist eine Schwangerschaft noch möglich, da der Eisprung unregelmäßig sein kann. Verhüte weiterhin zuverlässig, wenn du keinen Kinderwunsch hast.

Menopause

Die Menopause tritt in der Regel zwischen 45 und 55 Jahren ein. Es gibt aber auch Frauen bei den die Menopause vor 40 auftritt. Der genaue Zeitpunkt hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie z.B. Genetik, Lebensstil und Gesundheitszustand.

Auswirkungen des Östrogenmangels:

  • Knochenschwund: Östrogen spielt eine wichtige Rolle für die Knochengesundheit. Ein Mangel kann zu Osteoporose und einem erhöhten Risiko für Knochenbrüche führen.
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Östrogen wirkt sich positiv auf den Cholesterinspiegel aus. Ein Mangel kann das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen.
  • Hitzewallungen und Nachtschweiß: Östrogen reguliert die Körpertemperatur. Ein Mangel kann zu Hitzewallungen und Nachtschweiß führen.
  • Vaginale Trockenheit: Östrogen hält die Scheide feucht. Ein Mangel kann zu Trockenheit und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr führen.
  • Hitzewallungen (Hot Flashes): Der Rückgang des Östrogens kann zu Hitzewallungen führen, einem plötzlichen Hitzegefühl, das sich im ganzen Körper ausbreitet.
  • Schlafstörungen: Hormonelle Veränderungen können den Schlafrhythmus stören und zu Schlaflosigkeit oder Durchschlafstörungen führen.
  • Stimmungsschwankungen: Schwankungen im Hormonspiegel können zu Stimmungsschwankungen und emotionaler Instabilität beitragen.
  • Gewichtszunahme: Einige Frauen können aufgrund von hormonellen Veränderungen und einem verlangsamten Stoffwechsel an Gewicht zunehmen.

Postmenopause

Die Postmenopause beginnt etwa 12 Monate nach der letzten Regelblutung. Der Hormonspiegel stabilisiert sich auf einem niedrigen Niveau. Die meisten Symptome der Wechseljahre lassen nun nach. Das typische Alter ist 50+. Es gibt aber auch Frauen die erst Anfang 60 in die Menopaue kommen.

Langfristige Auswirkungen:

  • Osteoporose: Das Risiko für Osteoporose ist in der Postmenopause erhöht.
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen bleibt erhöht.
  • Hautveränderungen: Die Haut wird dünner, trockener, weniger elastisch und UV-empfindlicher. Es kommt zu mehr Falten und Altersflecken.
  • Fruchtbarkeit: Die Fruchtbarkeit ist in der Postmenopause ist sehr unwahrscheinlich.

Du bist nicht allein!

Die Symptome der Wechseljahre können belastend sein, aber es gibt viele Möglichkeiten, diese zu lindern.

  • Gesunde Lebensweise: Achte auf eine ausgewogene Ernährung, treibe regelmäßig Sport und integriere Entspannungstechniken in deinen Alltag.
  • Medizinische Unterstützung: Sprich mit deinem Arzt oder deiner Ärztin über deine Beschwerden. Es gibt verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, die dir helfen können.
  • Ganzheitliche Ansätze: Auch alternative Methoden wie Naturheilkunde, Akupunktur oder Yoga können unterstützend wirken.

Stimmen aus der Community

„Ich dachte, ich verliere den Verstand. Dann verstand ich, was mein Körper gerade macht – und plötzlich war es kein Feind mehr."
„Mit 43 hätte ich nie gedacht, dass das schon Perimenopause sein könnte. Jetzt bin ich froh, es früh erkannt zu haben."
„Es hat mir geholfen zu wissen: Ich bin nicht allein damit. So viele Frauen gehen durch genau das."

Reflexionsfrage für dich: Was wäre möglich, wenn du diese Zeit als Neuanfang betrachtest

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